Coronakrise – zur aktuellen Situation der Christen in unseren Einsatzländern

20.3.2020
Die Leiter unserer Partnermissionen in Russland, Ukraine, Moldawien, Kasachstan und Estland haben uns mitgeteilt, dass in ihrem Land vergleichbare Maßnahmen wie bei uns getroffen worden sind:

Landesgrenzen, Schulen, Kindergärten, Universitäten, Geschäfte, soweit sie nicht Lebensmittelgeschäfte oder Apotheken sind, sind geschlossen worden. Selbst in Kasachstan streitet man sich im Supermarkt um Klopapier – und ebenso in den USA, wie seltsam! Die Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt, in Kasachstan darf man in die Städte Almaty und Astana nicht mehr hinein- und von dort nicht mehr herausfahren. Den Menschen wurden 72 Stunden Zeit gelassen, um noch nach Hause zurückzukehren. Es gibt Versammlungsverbote – dabei werden z.B. in Nordossetien, in der Ukraine, in Estland und in Moldawien auch gezielt die Verantwortlichen christlicher Gemeinden dazu aufgefordert, die Durchführung von Gottesdiensten zu unterlassen, zum Teil unter Androhung von Strafen bei Zuwiderhandlung. In Moldawien wurde Vitalij Pokidko sogar von der Polizei vorgeladen, um eine entsprechende Kenntnisnahmeerklärung zu unterschreiben. Viele sind bereits arbeitslos geworden. Die Menschen haben Angst, bei vielen herrscht Verzagtheit und Mutlosigkeit. Man sieht in viele unglückliche Gesichter, die verloren wirken – Menschen ohne Glauben und Hoffnung.

Aber unsere Geschwister reagieren engagiert darauf: Viele Gemeinden haben auf Online-Gottesdienste umgestellt, sie singen und predigen vor der leeren Kirche, aber der Gottesdienst wird in die Häuser übertragen. In Estland hat sich eine Gemeindeleitung ans Sozialamt gewandt mit dem Angebot, für ältere Menschen Lebensmittel einkaufen zu können. Und es gibt Initiativen, dass man konkrete Uhrzeiten am Tag vereinbart, zu denen jeder bei sich zuhause für Anliegen, die man sich gegenseitig über das Internet mitteilt, betet. Lassen Sie uns dafür beten,

dass die Menschen in dieser weltweiten Verunsicherung, wo sie so deutlich merken, wie brüchig alles
      doch ist, in ihren Ängsten und in ihrer Verzagtheit nach dem fragen, der allein einen ewigen Halt
      und echte Hoffnung geben kann.

dass unsere Geschwister Weisheit und Fantasie haben, wie sie die Gute Nachricht den Menschen trotz
      erschwerter Umstände in Wort und Tat bringen können.

dass die Funktion des Internets erhalten bleibt und nicht kollabiert, damit man miteinander in Kontakt
      stehen und die wichtigste Botschaft der Welt über dieses Medium auf vielfältige Weise verbreitet
      werden kann.