Gott kümmert sich – wir brauchen nichts zu befürchten

16.4.2020

Eine ältere Frau in Estland erlebt Gottes Fürsorge in der Isolation

Unser Missionar Alexej Müller schreibt uns aus Estland: „Eine ältere Frau aus unserer Gemeinde wurde kurz vor der Einführung des Notstands in unserem Land ins Krankenhaus eingeliefert. Ein paar Tage später wurde das Krankenhaus unter Quarantäne gestellt und niemand durfte sie mehr besuchen. Da ihre nächsten Verwandten im Ausland wohnen und nicht mehr einreisen durften, konnte sie auch dort nicht mehr unterkommen. So geriet die Frau im Krankenhaus in eine völlige Isolation, da sie auch kein Mobiltelefon besitzt. Es bestand also keinerlei Möglichkeit mehr, Kontakt zu ihr aufzunehmen.

Einige Personen aus der Gemeinde begannen, sich Sorgen um sie zu machen, und überlegten, wie ihr in ihrer einsamen Situation geholfen werden könnte. Viele aus der Gemeinde wissen, wie sehr sie die Gemeinschaft liebt und sich am Wort Gottes freut. So überlegten wir und bekamen dann eine Idee.

Wir wollten ihr im Krankenhaus einen kleinen Radioempfänger zukommen lassen, zusammen mit Kopfhörern, damit sie frei hören kann und niemanden dabei stört. Das Radio sollte für sie bereits auf christliche Radiosendungen voreingestellt sein. Auf der Suche nach einem geeigneten, einfachen und zuverlässigen Gerät mussten wir fast alle Elektronikgeschäfte, die noch geöffnet hatten, abklappern und wurden schließlich doch noch fündig.

Nun standen wir vor einem weiteren Problem: Wie bekommen wir nun das Gerät ins Krankenhaus zu unserer Glaubensschwester?

Hier schickte Gott uns eine Krankenschwester zu Hilfe, die uns gut bekannt war und die sich bereiterklärte, nach einer Möglichkeit zu suchen, wie sie das Radio überbringen konnte, ohne die strengen Quarantänebestimmungen im Krankenhaus zu verletzen. Viele Gemeindemitglieder beteten, während unsere Botin versuchte, das Radio zu der Frau zu bringen.

Unsere Freude und Überraschung waren riesengroß, als wir ein eilig aufgenommenes Foto unserer Schwester mit dem Radiogerät und den Kopfhörern erhielten. Angehängt war eine Kurznachricht: ‚Alles in Ordnung. Sie hört Radio und lässt alle grüßen.‘

Man könnte meinen, dies seien alles nur unbedeutende Kleinigkeiten. Vielleicht mag es auch so sein, aber in jenem Moment kamen uns die Tränen. Es waren Tränen der Rührung und des Staunens über unseren Herrn! Er ist wahrhaftig derjenige, der sich auch in den kleinsten Details um uns kümmert und uns alles schenkt, was wir zum Leben und zum Glauben brauchen. Wenn unser Gott so ist, haben wir nichts zu befürchten – auch jetzt nicht angesichts dieser unsicheren Zeiten.“

 

 

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