„Gott hat Sie zu uns geschickt!“

Missionseinsätze Ukraine: Menschen sind offen für das Evangelium

Viktor Tanzjura, Leiter der jährlichen zeltmissionarischen Sommereinsätze in der Ukraine, berichtet nach den ersten fünf Einsatzwochen seines Teams im Donbass, einem umkämpften Gebiet im Osten des Landes:

„Begonnen haben wir in Mirnograd. Aufgrund der CORONA-Bestimmungen bauen wir in diesem Jahr kein Zelt auf. Unser Team führt drei evangelistische Dienste durch: Verkündigung „von Herz zu Herz“, also im persönlichen Gespräch, Verkündigung durch unsere Bilderausstellung, bei der wir Kopien berühmter Gemälde mit christlichen Motiven ausstellen und anhand von ihnen das Evangelium erläutern und nicht zuletzt führen wir Kinderstunden im Freien durch.

Ein gläubiger Geschäftsmann hatte sich im Vorfeld der Einsätze bereit erklärt, 20.000 Schutzmasken zu bezahlen, die wir zusammen mit einer evangelistischen Broschüre verteilen wollten. Dies wurde besser angenommen als erwartet: Fast jeder, der eine Maske geschenkt bekam, hat sich auch das Evangelium erklären lassen. Oft waren es ganze Gruppen von Menschen, bei denen wir das tun konnten.

In Awdejewka sprachen wir zwei ältere Frauen an, die auf einer Bank vor ihrem Hauseingang saßen. Als ich ihnen die Masken gab, holte eine der Frauen eine schon dunkel gewordene Ein-Weg-Maske aus ihrer Jackentasche hervor. Sie hatte diese Maske schon mehrmals gewaschen und es war ihr schon peinlich, sie aufzusetzen. Mit Tränen in den Augen bedankte sie sich für das Geschenk und fragte dann, ob sie ihre Nachbarn rufen dürfe, damit auch sie Masken bekämen. Schlussendlich haben sechs Personen sich das Evangelium aufmerksam angehört und ein Bekehrungsgebet gesprochen, das auf der Broschüre vorformuliert war. Eine weitere Frau hörte sich das Evangelium vom Balkon auf dem ersten Stock aus an. Allen Interessenten schenkten wir ein Abo für die Zeitschriften GLAUBE UND LEBEN und TROPINKA.

Einmal gingen wir durch den Park und sahen zwei Frauen auf einer Bank sitzen. Wir grüßten sie und wollten schon die Masken mit Broschüren aus der Tasche ziehen, als beide sehr bestimmt sagten, sie möchten keine Propaganda-Literatur haben. Als sie aber erfuhren, dass wir ihnen Masken schenken wollen, wurden sie sichtlich aufgeschlossener. Es entwickelte sich ein langes, offenes und ehrliches Gespräch. Wir erklärten ihnen das Evangelium und beteten am Schluss mit ihnen.

Eine der Frauen sagte mir, dass es ihr jedes Mal schlecht gehe, sobald sie eine Kirche betritt, und sie könne sich den Grund nicht erklären. Auf mein Nachfragen hin erzählte sie dann, dass sie bei Wahrsagerinnen gewesen war. Ich klärte sie über okkulte Dinge und ihren Einfluss auf die Menschen auf, gab ihr Ratschläge, was sie tun soll, und schenkte ihr eines unserer Bücher zu diesem Thema („Im Banne des Teufels“).

Die Verabschiedung war dann schon wie unter Freunden. Die Frauen sagten zu uns: „Es ist ganz bestimmt Gott gewesen, der Sie zu uns geschickt hat!“ Wir erhielten noch viele Worte der Dankbarkeit und der guten Wünsche.

In jeder Ortschaft in Donbass führten wir Kinderstunden im Freien durch. In Nowogrodowka kam die höchste Zahl zusammen: über fünfzig Kinder! Viele Kinder kamen mit ihren Eltern, die bei biblischen Geschichten ebenfalls aufmerksam zuhörten. Die Eltern bedankten sich von Herzen dafür, dass wir uns mit ihren Kindern beschäftigen. Auch zur Bilderausstellung kamen viele Kinder und baten uns, biblische Geschichten zu den Bildern zu erzählen.

Nun steht unser sechster Einsatz im Donbass bevor. Er wird sehr nahe an der Frontlinie sein, wo Schüsse und Explosionen an der Tagesordnung sind. Wir vertrauen darauf, dass Gott unser Team vor allem Bösen bewahrt und wir auch dort seinen Willen ausführen können.“

 

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