Russland

Situation im Land

Die Russische Föderation ist der Rechtsnachfolger der Sowjetunion. Mit einer Fläche von 17 Mio. km2 ist Russland das größte Flächenland der Welt und umfasst elf Zeitzonen. Russland (lt. Verfassung gleichbedeutend mit „Russische Föderation“) hat ca. 144 Mio. Einwohner. Verschiedene Völker haben in der Russischen Föderation einen unterschiedlichen Status der Autonomie, von autonomen Kreisen bis zu einzelnen Republiken. In Russland leben über 150 Ethnien und es werden über 100 Sprachen gesprochen, wobei Russisch die Amtssprache ist.

Die Verfassung garantiert die Religionsfreiheit, aber bestimmte Religionen sind in besonderer Weise als „traditionelle Religionen“ anerkannt. Dazu gehören die Orthodoxe Kirche, der Islam, der Buddhismus und das Judentum. Im Juli 2016 wurde ein Gesetz verabschiedet, wonach die Verbreitung religiöser Inhalte nur noch in offiziell zum religiösen Gebrauch registrierten Gebäuden erlaubt ist. Außerhalb von solchen Gebäuden ist eine besondere schriftliche Erlaubnis einer registrierten Gemeinde erforderlich. Dies schließt praktisch jede öffentliche missionarische Aktivität aus.

Russen, die über 80 % der Bevölkerung ausmachen, zählen sich mehrheitlich zur Orthodoxen Kirche. Diese beansprucht eine Vormachtstellung und versucht mit ihrem enormen politischen Einfluss alle anderen Glaubensrichtungen (aber vor allem die Protestanten) zu behindern. Der Islam ist  v. a. durch die große Zahl an Zuwanderern aus dem asiatischen Raum die einzig wachsende Religion.

Warum Russland ein Missionsland ist, beantworten folgende Zahlen: Lediglich 3-4 % der Russen besuchen zu Weihnachten oder Ostern einen Gottesdienst. Nur ca. 45 % der Bevölkerung zählen nominell als Christen, der Rest sind Atheisten oder Agnostiker (ca. 35 %), Muslime (ca. 15 %), Buddhisten (ca. 0,7 %) oder Heiden, so die vielen kleinen Völker im Norden und in Sibirien. Protestanten machen, je nach Zählart, ca. 1 % der Bevölkerung aus. Es gibt in Russland Völker, die noch nie das Evangelium in ihrer Sprache gehört haben.

Was wir in Russland tun

Die Situation

Noch bis vor Kurzem war Russland völlig offen für das Evangelium. Stadien, Kulturhäuser, städtische Kinosäle – alles konnten wir problemlos mieten und dort ungehindert verschiedene evangelistische Aktionen und Wohltätigkeitsveranstaltungen durchführen. Inzwischen hat sich die Situation in unserem Land grundlegend geändert. Einen Raum zu mieten, ist praktisch unmöglich geworden. Große Straßenevangelisationen sind verboten. Menschen zum Gottesdienst in die Gemeinde einzuladen, gilt als missionarische Tätigkeit und wird mit Geldbußen geahndet.

Der Auftrag

Das Wort Gottes ruft die Christen auf, das Evangelium ungeachtet der Umstände zu predigen. Die Geschichte zeigt uns, dass Christen immer und immer wieder mit solchen Verboten konfrontiert wurden. Doch trotz der Verbote und Verfolgungen existiert die Gemeinde Jesu bis heute und ist aktiv. Was von Gott geschaffen wurde, kann der Mensch nicht zerstören.

Wir sind überzeugt, dass Gott es ist, der die einen Evangelisationsmethoden wegnimmt und dafür andere ermöglicht. Jeder Christ, der Christus verkündigen möchte, findet auch heute die Möglichkeit dazu. Christen aber, die nicht verkündigen möchten, finden dafür eine begründete Ausrede.

Allerdings müssen wir weise sein. Deswegen verzichten wir auf evangelistische Großprojekte, um nicht den Zorn der Machthaber auf uns zu ziehen. Wir führen auch keine Kinderfreizeiten und keine Straßenevangelisationen mehr durch, ebenso besuchen wir keine Bildungseinrichtungen, um dort öffentlich zu predigen. Aber niemand verbietet uns, das Evangelium von Jesus Christus ungläubigen Menschen im persönlichen Kontakt weiterzusagen.

Die Strategie

Die Strategie unserer Mission heute ist, die Gläubigen darin anzuleiten, persönlich zu evangelisieren und sie mit allen nötigen Ressourcen auszustatten. Das hat sich sogar als effektiver erwiesen. Während wir früher nach besonders begabten Menschen Ausschau hielten, um sie bei unseren Aktionen einzusetzen, schätzen wir heute jeden Menschen wert: Jeder, der weiß, wie man seinem Bekannten das Evangelium weitersagt, ist unersetzlich. Während unsere missionarischen Aktionen früher aufwendig vorbereitet werden mussten und nur eine gewisse Zeit dauerten, ist die persönliche Evangelisation heute zeitlich unbegrenzt. Die Devise von LICHT IM OSTEN Russland lautet: „Die ihr den Herrn verkündet, schweigt nicht, damit die Menschen Hoffnung haben.“

Dienst in St. Petersburg

Jeden Sonntag feiern wir Gottesdienst mit bis zu 150 Personen. Unter der Woche finden 11 Hausgottesdienste in den Häusern unserer ehrenamtlichen Helfer statt. Wir möchten, dass jeder gläubig Gewordene sein Haus für Hausgottesdienste öffnet, auch wenn das von der Gesetzeslage her nicht unproblematisch ist. Die Menschen versammeln sich in kleinen Gruppen mit maximal 10 Personen, trinken zusammen Tee oder essen gemeinsam. In der Regel singen wir nicht in den Hausgottesdiensten, um die Nachbarn nicht zu ärgern. Aber wir lesen das Wort Gottes, sprechen über das Gelesene, tauschen Gebetsanliegen aus und beten füreinander. Wir möchten Hausgemeinden gründen, weil wir der Meinung sind, dass es im Moment die effektivste Methode ist, Menschen im christlichen Glauben zu unterweisen.

Jeden Sommer führen wir ein Jugend-Zeltlager durch, an dem auch nichtgläubige Menschen teilnehmen. Sie werden von unseren jungen Gemeindegliedern eingeladen, und das ist auch ein Teil der persönlichen Evangelisation.

Nach wie vor arbeiten wir mit Waisenkindern. Drei Familien unserer Gemeinde haben Waisenkinder bei sich aufgenommen. Bei unseren Sonntagsgottesdiensten sind immer Waisenkinder dabei. Manche von ihnen sind bereits Gemeindemitglieder geworden und helfen in der Mission aktiv mit.

Im Herbst dieses Jahres haben wir in Zusammenarbeit mit der Mission „Eurasien“ das Bildungsprogramm „Schule ohne Wände“ gestartet. Das Programm zielt darauf ab, junge Menschen geistlich zu prägen. Der Kurs findet einmal im Monat statt und dauert zwei Jahre. So bekommen junge Leute die richtige geistliche Grundlage und lernen, Gott nicht nur mit Worten, sondern mit ihrem ganzen Leben zu bezeugen. Es ist uns ein großes Anliegen, so eine Schulung auch unter den gläubig gewordenen Tuwinern, Balkaren und Adygejern zu organisieren.

Der Bau am „Christlichen Zentrum der Hoffnung“ geht weiter. Im Januar 2020 planen wir den Saal einzuweihen. Doch es steht uns noch sehr viel Arbeit bevor, bis das Zentrum in vollem Umfang funktionieren kann. In diesem Zentrum möchten wir verschiedene christliche Veranstaltungen für Kinder, Teenager und Jugendliche durchführen.

Am Ende des Jahres bereiten wir immer Weihnachtsgeschenke vor. Diese Geschenke bringen wir in staatliche Kinderheime sowie in das christliche Kinderheim „Arche“. Seit 2018 arbeiten wir eng mit dem Petersburger Blindenverein zusammen, bei dem über 10.000 Sehbehinderte gemeldet sind. Jeweils am Jahresbeginn führen wir ein einwöchiges Musikfestival durch. In dieser Zeit hören bis zu 7.000 Personen geistliche Musik und Gesang. Die meisten Konzertbesucher stehen dem Glauben fern. Es gibt zwar keine Verkündigung, aber wir verteilen in diesen Tagen große Mengen an christlicher Literatur.

Literatur in ganz Russland

Unsere geistliche Literatur haben wir den beiden Buchhandelsketten „Lesestadt“ und „Bücherwurm“ zur Verfügung gestellt. Nun liegen unsere christlichen Bücher, einschließlich der Bibeln und Neuen Testamente, in den Regalen von 750 Buchläden und können auch in den entferntesten Ecken Russlands erworben werden. Ist das nicht ein Wunder? Trotz der strengen Antimissionsgesetze lenkt Gott die Herzen der Geschäftsleute, sodass sie, ohne sich dessen bewusst zu sein, uns helfen, Gottes Wort in ganz Russland zu verbreiten.

Zu den Menschen in ihrer Sprache sprechen

In diesem Jahr ist das Gebetshaus in Maikop (Republik Adygeja) fertiggestellt worden. Dort finden Gottesdienste in adygeischer Sprache statt. In Naltschik (Kabardi-no-Balkarien) wird unter den Balkaren evangelisiert. Auch dort gibt es ein Gebetshaus, in dem muttersprachliche Gottesdienste abgehalten werden. Auch unter Nanaiern (Russland Fernost) wird die Gute Nachricht verkündet. Unser Missionar in Blagoweschensk (Stadt an der chinesischen Grenze) arbeitet dort mit Studenten. In der Republik Tuwa wurde dieses Jahr ein Grundstück erworben, auf dem ein neues Gebetshaus für tuwinische Christen gebaut werden soll. In Kysyl, der Hauptstadt von Tuwa, wird eine Zeitung in tuwinischer Sprache herausgegeben und in der ganzen Republik verbreitet. In Kaliningrad besuchen unsere Missionare mit der TROPINKA-Theatergruppe Krankenhäuser und Sanatorien für Kinder und erzählen dort das Evangelium in einer kindgerechten Sprache. Noch sind die Türen dafür offen. Auch in der russischen Hauptstadt Moskau haben wir eine Missionarin.

Neues Projekt

2019 haben wir einige Texte der Heiligen Schrift in der Roma-Sprache als Hörbibel aufgenommen, was es bis dato noch nicht gab. Wir planen einen Dienst unter dem Volk der Roma zu starten. Sie stehen am Rand der Gesellschaft und sind vielfach in Kriminalität verstrickt. In Russland leben etwa 300.000 Roma und wir würden gerne einen Mitarbeiter für den Verkündigungsdienst unter Roma berufen. Bitte beten Sie dafür.

Gebetsanliegen

Gott ist der Herr über alles und wir wollen ihm danken für die Möglichkeiten, die er uns derzeit schenkt, um Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Beten Sie für unseren Missionsdienst in St. Petersburg und im weiten Russland. Beten Sie für die Gemeinde Jesu um ein Erwachen sowie für die Menschen und die Machthaber in unserem Land, dass sie sich Gott zuwenden.

 

Bund Missionarischer Gemeinden der Evangeliumschristen

Der Name unseres Gemeindeverbands ist Programm: Bund Missionarischer Gemeinden der Evangeliumschristen. Für unsere Missionare gibt es nur eine Aufgabe: Gemeindebau. Alle unsere Gemeinden sind unter Mitwirkung von Missionaren gegründet worden, die Anfang der 90er Jahre in die Mission gegangen sind. Ungefähr in dieser Zeit begann auch die Zusammenarbeit mit LICHT IM OSTEN.

Gemeinde ist ein Gedanke Gottes. Missionarische Tätigkeit muss darin münden, dass Menschen zum lebendigen Glauben an Gott kommen und sich einer Gemeinde anschließen. Schon in der Apostelgeschichte kamen Menschen zum Glauben an Gott und wurden zur Ortsgemeinde hinzugetan. Deshalb hat die Gründung neuer Tochtergemeinden oberste Priorität in unserem Dienst, zu dem wir uns von Gott geführt sehen. Mittlerweile sind dadurch 15 Gemeinden entstanden.

Die Menschen um uns herum

Wir Missionare machen uns natürlich Gedanken und schmieden Pläne, wie wir vorgehen wollen. Doch sehr oft führt Gott uns zu Menschen, an die wir überhaupt nicht gedacht haben. So ist es mir zum Beispiel ergangen, als ich in Samara lebte. Gott führte mich auf eine erstaunliche Weise mit Menschen aus Zentralasien zusammen. Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal Beziehungen zu Usbeken und Tadschiken aufbauen würde. Aber man muss bereit sein, sich vom Herrn führen zu lassen. Der Apostel Paulus schrieb, dass Gott nicht viele Weise, Mächtige, Vornehme beruft, sondern Einfache, Arme, Unbedeutende in dieser Welt (1.Kor 1,26f.). Und solche Menschen haben wir sehr viele um uns herum in unseren Städten.

Verschiedene Arbeitszweige

Es gab in unserem Land Möglichkeiten für die öffentliche Verkündigung des Evangeliums: pompöse Evangelisationen, Straßenbibliotheken, Zugang zu allgemeinbildenden Schulen. Gut, dass wir all das genutzt haben, denn diese Zeiten sind vorbei. Heutzutage zwingt uns die Gesetzeslage, auf die effektivste Methode zurückzugreifen: die persönliche Evangelisation. Das ist (noch) nicht verboten.

Im Rahmen der Gemeindearbeit erreichen wir nach wie vor viele Kinder, Teenager und Jugendliche durch Freizeiten. Schon viele haben dadurch zu Gott gefunden. Wir haben auch diverse soziale Projekte, zum Beispiel Hilfe für kinderreiche Familien, Alte und Alleinstehende. Sehr gut entwickelt sich die Arbeit in den Reha-Zentren mit Suchtkranken und ihren Angehörigen. Vier Personen, die das Rehabilitationsprogramm absolviert haben, dienen inzwischen als Pastoren in unserem Gemeindeverband. Auch die Jugendarbeit in Form von Festen und Sportturnieren läuft sehr gut, junge Menschen kommen zum Glauben. Außerdem gibt es einen Musik- und Theaterdienst.

Menschen finden Gott

In einem Dorf erfuhr Pawel, ein Teenager aus einer kinderreichen Familie, dass die Gemeinde in Saratow eine Teenagerfreizeit durchführt. Er war noch nie bei so einer Freizeit dabei gewesen, hatte aber schon von Freunden und aus dem Fernsehen von säkularen Freizeiten erfahren. Da seine Familie aber sehr arm war, konnte er nie auf so eine Freizeit mitfahren, obwohl er es sehr gerne wollte. Als er erfuhr, dass die Gemeinde die Hälfte der Kosten übernimmt, beschloss er, sich die zweite Hälfte selbst zu verdienen. Dazu verkaufte er Himbeeren und Erdbeeren am Straßenrand. Bis Juli hatte er den nötigen Betrag zusammen und konnte mitfahren. Es hat ihm dort so gut gefallen, dass er in den nächsten Jahren keine einzige Freizeit ausließ. Er bekam neue Freunde und begann, im Neuen Testament zu lesen. Es kamen Fragen bei ihm auf, die ihn schließlich zum Glauben an den Herrn Jesus Christus führten. Inzwischen arbeitet Pawel selbst bei den Jugendfreizeiten mit.

Viktoria begann, die Jugendstunden unserer neuen Gemeinde in Woronesch zu besuchen. Durch sie lernte ich ihre Eltern Sergej und Nadeschda kennen. Sie waren erst kürzlich zugezogen und hatten deshalb noch keine Freunde in der neuen Stadt. Da meine Frau und ich ungefähr in ihrem Alter sind, wurden wir zu ihren ersten Freunden. Wir besuchten uns gegenseitig und machten gemeinsame Ausflüge. Als wir ihnen anboten, gemeinsam in der Bibel zu lesen, waren sie gern dazu bereit, weil die Bibel ihnen, nach ihrer eigenen Aussage, völlig unverständlich war. Tag für Tag lasen sie die Bibel und in ihnen wuchs der Glaube an Gott. Ein Jahr später bekehrten sie sich und ließen sich taufen. Heute teilen Sergej und Nadeschda ihren Glauben mit allen Menschen, denen sie begegnen.

Gebet für aktuelle und neue Gemeindegründungs-Projekte

Zurzeit beginnt ein Gemeindegründungsprojekt in Pensa. Zwei Familien sind dorthin gezogen. Wir freuen uns, dass unsere Missionare schon neue Kontakte knüpfen konnten und mit einigen bereits die Bibel studieren. In den nächsten Jahren würden wir gern Missionarsfamilien in die Städte Saransk, Sysran, Tambow und Ufa aussenden, um auch dort Gemeinden aufzubauen. Bitte beten Sie, dass Gott Arbeiter in seine Ernte aussende! Die Ernte ist sehr groß.

 

Nordossetische Mission der christlichen Barmherzigkeit

Unsere Mission wurde 1990 in Wladikawkas gegründet und hat heute 16 Mitarbeiter und viele ehrenamtliche Helfer aus verschiedenen protestantischen Gemeinden Nordossetiens. Von Anfang an war es unser Ziel, das Evangelium unter den Völkern des Nordkaukasus zu verbreiten – in einer Region, in der dicht gedrängt verschiedene Völker mit unterschiedlichen Glaubensüberzeugungen leben. Die Strategie unseres Dienstes kommt schon in unserem Namen zum Ausdruck: Wir wollen die Völker unserer Region vor allem durch die Werke der Barmherzigkeit erreichen.

Unsere Organisation entstand, als die Sowjetunion zerfiel und Russland in eine tiefe politische und wirtschaftliche Krise gestürzt war, begleitet durch eine Verschärfung der internationalen Spannungen und den sinkenden Lebensstandard der Menschen. Wir haben Tausende von Tonnen Hilfsgüter durch unsere Missionare an Bedürftige in Nordossetien und den benachbarten Republiken Inguschetien, Dagestan, Kabardinien und Balkarien sowie in dem vom Bürgerkrieg geplagten Tschetschenien verteilt.

Die Hilfspakete enthielten auch Neue Testamente sowie die Zeitschriften GLAUBE UND LEBEN und TROPINKA. Wir nannten es die „stumme Evangelisation“. Nach und nach öffnete uns der Herr die Türen in die Gefängnisse, Krankenhäuser, Alten- und Kinderheime. Er schenkte uns Freunde unter kinderreichen, bedürftigen Familien und unter einsamen alten Menschen. Wir gewannen auch Freunde in den muslimischen Republiken: In jener schwierigen Zeit führten wir regelmäßig christliche Freizeiten für die Kinder aus Tschetschenien durch. Jedes Jahr zu Weihnachten gingen Tausende Weihnachtspäckchen an die muslimischen Kinder in diesen Republiken.

Heute ist die Lage im Nordkaukasus relativ ruhig. Doch die Probleme der Menschen sind die gleichen geblieben, sodass wir weiterhin unseren Dienst tun an „allen, die mühselig und beladen sind“ – auch wenn wir dies aus finanziellen Gründen nur noch in geringerem Umfang tun können. Inzwischen genießen wir auch das Wohlwollen der Behörden unserer Stadt und der Republik Nordossetien.

Hilfe für Senioren

Vielen Dank Ihnen! Gott sei Dank, dass es Menschen gibt, denen wir nicht gleichgültig sind.“ Solche Worte bekommen wir häufig zu hören. Viele alte Menschen müssen einen wesentlichen Teil ihrer Rente für ihre Wohnung sowie für Medikamente ausgeben.

Der Rest reicht oft nicht einmal für die dringendsten Lebensmittel, geschweige denn für Kleidung oder größere Anschaffungen. Viele bekommen keine Unterstützung seitens ihrer Familie oder Verwandten. Daher sind sie nicht nur hungrig, sondern auch einsam und hoffnungslos.

Jeden Monat besuchen Mitarbeiter unserer Sozialabteilung die bis zu 150 Senioren, die von diesem Projekt erfasst sind, und bringen ihnen ein Lebensmittelpaket. Bei diesem Dienst beziehen wir Ehrenamtliche sowie Nachbarn der alten Menschen mit ein, damit sie ihnen helfen und Gemeinschaft mit ihnen pflegen.

Mehrmals im Jahr laden wir die einsamen alten Menschen zu unseren Festen ein, welche wir eigens für sie organisieren mit Teetrinken, Gemeinschaft und einem kleinen Programm, bei dem oft der Kinderchor TROPINKA singt. Wir wollen den Senioren nicht nur materiell helfen (in Form von Lebensmittelpaketen), sondern auch geistlich. Zu Festen wie Ostern und Weihnachten bekommen sie jeweils ein Geschenk.

Radio

Die Kurzwellensendungen der Radiostation MCC in russischer und ossetischer Sprache sind im ganzen Nordkaukasus und über das Internet praktisch weltweit zu hören. Unser Programm enthält ein breites Spektrum an Sendungen mit säkularen und christlichen Inhalten für alle Altersgruppen. Täglich gibt es Predigten zu verschiedenen geistlichen Themen. Bei einigen Sendeformaten kommunizieren wir live mit den Zuhörern und bieten Gebetsunterstützung und unsere Hilfe an. So gewinnen wir Menschen für Christus und seine Gemeinde.

Gemeinde

Die Gemeinde “Nadeschd“ (Hoffnung) ist 1994 durch den Dienst der Mission entstanden und zählt heute ca. 200 Mitglieder, die bei verschiedenen geistlichen und sozialen Diensten der Mission aktiv mitarbeiten. In der Gemeinde gibt es 15 Hauskreise, 120 Kinder besuchen die Sonntagsschule. Mit Hilfe der Mission finden regelmäßig christliche Kinder- und Jugendfreizeiten statt. Die Kinder und die Mitarbeiter der Sonntagsschule organisieren Weihnachts- und Osteraufführungen, die jedes Jahr von über 2.000 Kindern besucht werden. Dabei werden auch Geschenke verteilt. Die Gemeinde “Nadeschda“ bietet im Kulturzentrum verschiedene Aktionen an (Malkreis, Singkreis, Bastelkreis u. a.), an denen jährlich ca. 100 - 150 Kinder teilnehmen.

Jüngerschaft

Mit Jüngerschafts- und Leiterschaftsprojekten wollen wir junge Leute geistlich prägen und neue Leiter heranbilden. So gingen die Jugendlichen unserer Gemeinde vergangenen Sommer nach Zaganaman (Kalmykien) und führten dort gemeinsam mit den Jugendlichen aus Kalmykien eine Art Zeltkonferenz am Ufer der Wolga durch. Die Jugendlichen tauschten sich aus über ihre Ideen und Erfahrungen in der Evangelisation unter Schülern und Studenten. Die Teilnehmer kamen begeistert und voller Eindrücke zurück. „Viele von uns waren zum ersten Mal an der Wolga. Es ist so schön dort! Wir lebten in Zelten direkt am Fluss. Alles war super: die tolle Küche und das Angeln. Doch das Beste war die segensreiche Gemeinschaft mit Geschwistern aus der kalmykischen Gemeinde. Sie brennen dort richtig darauf, den Schülern und Studenten zu dienen, und ließen uns an ihren Ideen und Erfahrungen teilhaben. Sie haben es geschafft, auch uns damit anzustecken“, erzählte einer der Teilnehmer.

Regionale Seminare

Wir führen regelmäßig übergemeindliche Seminare in unserer Region durch. Im Herbst hielten wir in der Gemeinde das Seminar zum Thema „Konfliktbewältigung“ ab. Es kamen 150 Teilnehmer aus allen nord-kaukasischen Republiken. Ein Teilnehmer berichtet: „Ich habe schon viel zum Thema gelesen und auch selbst darüber gepredigt. Doch dieses Seminar lässt mich die Dinge neu sehen und Bibelstellen neu verstehen. Es ging hier um ganz praktische Dinge, wie man Konflikte lässt. Das hilft mir jetzt bei Konfliktberatungen.“

Literatur und Medien

Die Mission verschickt die Zeitschriften GLAUBE UND LEBEN und TROPINKA, die von LICHT IM OSTEN herausgegeben werden, in das ganze riesige Russland. Die Zeitschriften erscheinen sechs Mal pro Jahr und sind bei den Abonnenten sehr beliebt. Außerdem erstellt und verbreitet die Mission CDs mit christlichen Liedern und Programmen in den Sprachen der nordkaukasischen Völker: Ossetisch, Lesginisch, Avarisch, Tabasara-nisch, Kumykisch, Balkarisch, Kabardinisch, Tschetschenisch.

Dienst unter Häftlingen

Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer der Mission besuchen regelmäßig Gefängnisse in Nordossetien, um Verurteilte geistlich zu betreuen. Die Erfahrung zeigt, dass dies zu einer reibungsloseren Resozialisierung von Häftlingen nach ihrer Entlassung beiträgt. Ein Reha-Zentrum leistet Hilfe für ehemalige Häftlinge sowie für Alkohol- und Drogenabhängige. Die Familien von Häftlingen bekommen regelmäßige Unterstützung in Form von Lebensmitteln, Kleidung und Schulsachen. Für ihre Kinder ist ein Malkreis eingerichtet worden, es werden Museums- und Zoobesuche sowie verschiedene andere Veranstaltungen zur Bildung und sinnvollen Freizeitgestaltung organisiert.

Geplante Projekte

Wir wollen zwei soziale Projekte weiter ausbauen. Eins davon haben wir im vergangenen Sommer gestartet: Wir helfen Familien, deren Kinder an zerebraler Kinderlähmung sowie an Autismus leiden, bei der sozialen Eingliederung und bei der Schulausbildung. Das zweite Projekt: Zurzeit betreuen wir 20 schwererziehbare Kinder und Jugendliche mit ihren Familien, die materielle, soziale und geistliche Hilfe von uns erhalten.

Gebetsanliegen

für politische Stabilität in unserem Land, damit es keine Hindernisse für den Dienst der Mission und der
       Gemeinde gibt.

um eine gute Fortführung der laufenden Projekte, Dienste und Programme in der Mission, der
       Gemeinde „Nadeschda“ und beim Radio MCC und um Gottes Segen und Leitung für alles, was für die
       Zukunft geplant ist.