Medien

Shutdown - Mission unmöglich?

In den letzten Wochen wurde das öffentliche Leben in einer beispiellosen Art und Weise eingeschränkt. Unser aller Leben wird durch das Virus mehr oder weniger auf den Kopf gestellt und fordert uns täglich im Privaten wie Beruflichen heraus.

Der „Shutdown“ wirkt sich auch bei unseren Partnern im Osten massiv auf ihre Missionsarbeit aus und macht diese auf den ersten Blick nahezu unmöglich:

keine Gottesdienste, keine Versammlungen, keine Evangelisationen, keine TROPINKA-Kinderklubs, keine Freizeiten, keine Besuche bei hilflosen und einsamen Menschen … Aber Gott wäre nicht GOTT, wenn er seinen irdischen Mitarbeitern nicht kreative Ideen und Wege aufzeigen würde, wie sein Reich dennoch weiter gebaut wird und Menschen trotz aller Sozialkontakt-Sperren weiterhin Hilfe erfahren und mit dem Evangelium erreicht werden.

Gerade jetzt, wo sich angesichts der Virus-Pandemie Ängste und existenzielle Sorgen bis in alle Schichten der Gesellschaft hinein breit machen und sich weit mehr Menschen die Frage nach dem Sinn und dem Halt für ihr Leben stellen, ist die Offenheit gegenüber der Hoffnung, die der christliche Glaube in sich birgt, deutlich größer als zuvor – auch im Osten.

Wir möchten Sie mit ein paar Beispielen mit hineinnehmen, wie unsere Missionare und Partner sich nicht entmutigen lassen, sondern sich dieser extremen Situation stellen. Sie tun dies mit bewährten wie auch mit ganz neuen Möglichkeiten, um auf allerlei Weise dennoch ein Licht im Osten und Salz für die Menschen zu sein und ihnen Hoffnung zu spenden.

Mission in Coronazeiten: Internet und Radio werden zu einem enormen Segen

Online mehr Menschen erreichen

Vitalij Pokidko, Leiter von LICHT IM OSTEN Moldawien, schreibt:

„Aufgrund der augenblicklichen Situation sind auch wir zu Online-Gottesdiensten übergegangen. Bisher hatten wir bei den drei sonntäglichen Gottesdiensten unserer Gemeinde ‚Stimme der Wahrheit‘ zusammengenommen höchstens 300 Gottesdienstbesucher. Die Übertragung im Internet hingegen hat 1.500 Aufrufe. Unfassbar, was Gott daraus macht! Das schenkt ungeahnte Möglichkeiten der Evangelisation.

Einigen Leuten haben wir schon oft das Evangelium bezeugt, aber nie wollten sie in die Gemeinde kommen. Heute nun sehen sie die Sendung zu Hause. Und sie schicken uns sogar SMS, um sich für den Gottesdienst zu bedanken. Wir erfahren von Ehefrauen, deren Ehemänner nicht im Glauben stehen, dass diese nun zusammen mit ihren Ehefrauen die Online-Übertragung des Gottesdienstes ansehen und so die Botschaft von Jesus Christus hören.

Beten Sie bitte für eine Erweckung in Moldawien in dieser schwierigen Zeit! Dass viele Menschen durch die Online-Übertragungen Buße tun und sich bekehren. – Unser Dienst geht weiter!“


Abendmahl trotz Versammlungsverbot

Pjotr Lunitschkin, Leiter von LICHT IM OSTEN Russland, schreibt uns:

„Für uns als Christen spielt das Abendmahl eine wichtige Rolle und gerade am Gründonnerstag darf es nicht fehlen. Deshalb haben wir trotz Versammlungsverbot einen Weg gefunden, ein gemeinsames Abendmahl zu feiern – jeder vor seinem Bildschirm. Vor Kurzem hatten wir bereits eine solche Abendmahlsfeier. Wir haben unseren Gemeindegliedern im Vorfeld mitgeteilt, dass jeder sich Brot und Wein bzw. Traubensaft besorgen und zuhause bereitstellen soll. Wir hatten uns gefragt, ob es möglich ist, auf diese Weise das Mahl zu feiern. Doch die Frage war dann für uns vielmehr – warum nicht? Brot und Wein erinnern daran, was Jesus für uns Menschen in seiner Liebe zu uns getan hat, dass er seinen Leib für uns gegeben und sein Blut für uns vergossen hat. Wenn der Pastor das Brot in die Hand nimmt und betet und wenn er den Kelch in die Hand nimmt und betet, dann dankt er ja schließlich nicht dem Brot und dem Wein vor sich, sondern Gott dem Schöpfer für sein Liebesgeschenk durch Jesus Christus an uns.

Während dieser Online-Feier beteten wir gemeinsam und, nachdem der Pastor die Einsetzungsworte aus Matthäus 26,26-28 gesprochen und Gott gedankt hatte, nahm jeder für sich daheim, aber gemeinsam mit allen anderen vor dem Bildschirm Brot und Wein zu sich.

Die Teilnehmer waren voller Freude. Eine Frau sagte: ‚Mein ungläubiger Mann hat mich das erste Mal auf den Knien betend gesehen. Ich bin erst seit Kurzem gläubig und davor war es mir ihm gegenüber immer peinlich, meinen Glauben zu leben. Doch dank des Online-Abendmahls habe ich mich nicht mehr versteckt und konnte so meinem Mann zeigen, was mir wichtig geworden ist.‘“

 

Virtuelles Treffen mit echten Tränen

Pjotr Lunitschkin lädt wegen der aktuellen Corona-Krise und des damit verbundenen Versammlungsverbotes zum Gebet über eine Online-Kommunikationsplattform ein. Nun treffen sich Gemeindemitglieder in diesem virtuellen „Gebets-Raum“ jeweils um 21 Uhr, um miteinander für die gegenwärtige Situation zu beten. Pjotr schreibt:

„Dabei achten wir darauf, dass einer nach dem anderen betet und niemand den anderen unterbricht. Bei einem der letzten Online-Gebetstreffen platzte jedoch eine 16-jährige Teenagerin mitten in ein gerade gesprochenes Gebet hinein und begann unter Tränen Gott um Vergebung zu bitten. In ihrem tiefen Verlangen nach Umkehr hatte sie es einfach nicht mehr ausgehalten. Sie weinte, und wir alle im Chat weinten mit ihr. – So ermutigen wir unsere Gemeindemitglieder, den Link zum Chat weiterzuleiten und Freunde, Bekannte und weitere Kontakte in ihrem digitalen Umfeld dazu einzuladen. Es schalten sich suchende und fragende Menschen hinzu, die von Gott noch nichts Genaues wissen, und bitten darum, dass auch für sie gebetet wird.“

 

Gott kümmert sich – wir brauchen nichts zu befürchten

Unser Missionar Alexej Müller schreibt uns aus Estland:

„Eine ältere Frau aus unserer Gemeinde wurde kurz vor der Einführung des Notstands in unserem Land ins Krankenhaus eingeliefert. Ein paar Tage später wurde das Krankenhaus unter Quarantäne gestellt und niemand durfte sie mehr besuchen. So geriet die Frau im Krankenhaus in eine völlige Isolation, da sie auch kein Mobiltelefon besitzt. Es bestand also keinerlei Möglichkeit mehr, Kontakt zu ihr aufzunehmen.

Einige Personen aus der Gemeinde begannen, sich Sorgen um sie zu machen, und überlegten, wie ihr in ihrer einsamen Situation geholfen werden könnte. Viele aus der Gemeinde wissen, wie sehr sie die Gemeinschaft liebt und sich am Wort Gottes freut. So überlegten wir und bekamen dann eine Idee.

Wir wollten ihr im Krankenhaus einen kleinen Radioempfänger zukommen lassen, zusammen mit Kopfhörern, damit sie frei hören kann und niemanden dabei stört. Das Radio sollte für sie bereits auf christliche Radiosendungen voreingestellt sein. Auf der Suche nach einem geeigneten, einfachen und zuverlässigen Gerät mussten wir fast alle Elektronikgeschäfte, die noch geöffnet hatten, abklappern und wurden schließlich doch noch fündig.

Nun standen wir vor einem weiteren Problem: Wie bekommen wir nun das Gerät ins Krankenhaus zu unserer Glaubensschwester?

Hier schickte Gott uns eine Krankenschwester zu Hilfe, die uns gut bekannt war und die sich bereiterklärte, nach einer Möglichkeit zu suchen, wie sie das Radio überbringen konnte, ohne die strengen Quarantänebestimmungen im Krankenhaus zu verletzen. Viele Gemeindemitglieder beteten, während unsere Botin versuchte, das Radio zu der Frau zu bringen.

Unsere Freude und Überraschung waren riesengroß, als wir ein eilig aufgenommenes Foto unserer Schwester mit dem Radiogerät und den Kopfhörern erhielten. Angehängt war eine Kurznachricht: ‚Alles in Ordnung. Sie hört Radio und lässt alle grüßen.‘

Man könnte meinen, dies seien alles nur unbedeutende Kleinigkeiten. Vielleicht mag es auch so sein, aber in jenem Moment kamen uns die Tränen. Es waren Tränen der Rührung und des Staunens über unseren Herrn! Er ist wahrhaftig derjenige, der sich auch in den kleinsten Details um uns kümmert und uns alles schenkt, was wir zum Leben und zum Glauben brauchen. Wenn unser Gott so ist, haben wir nichts zu befürchten – auch jetzt nicht angesichts dieser unsicheren Zeiten.“

… damit die Menschen Hoffnung haben!

Hinter diesem Satz steht unser Auftrag, den Menschen aus den Völkern Russlands, Osteuropas und Zentralasiens das Evangelium von Jesus Christus durch Wort und Tat zu verkünden. Es ist die lebendige und rettende Hoffnung, die wir jetzt in dieser Zeit im Besonderen mit Hilfe der digitalen Medien weitertragen. Zu allen Zeiten brauchten Menschen diese Hoffnung. Aber in diesen Tagen der Bedrohung durch das Virus, in denen Angst und Ungewissheit massiv zunehmen, suchen Menschen in besonderer Weise nach Hoffnung und Sinn.

Selbst unter den außerordentlichen Umständen, in denen wir gerade rund um den Globus stehen, tun sich – teilweise auf wundersame Weise – Möglichkeiten auf, dass Menschen Jesus Christus finden und in ihm echte Hoffnung.

Trotz aller Einschränkungen richten unsere LICHT IM OSTEN-Missionare und die Mitarbeiter unserer Partner an den Orten, an denen sie im Dienst stehen, dieses Hoffnungszeichen für die Menschen auf.

Liebe Freunde,

bitte gehen Sie mit uns durch diese Zeit. Mit Ihrer finanziellen Hilfe spenden Sie Menschen im Osten Hoffnung. Und beten Sie für offene Herzen bei diesen Menschen! Lassen Sie uns so in dieser besonderen Zeit gemeinsam Salz und Licht sein.

Der Herr segne und bewahre Sie!

Vielen, vielen Dank!

 

Aktuelle Spendenaktion: M2-2020 Medien