Viktor Tanzjura

 

Viktor Tanzjura - Missionar in Kiew

 

Viktor Tanzjura ist unser Missionar in Kiew, Ukraine. Schon seit Jahren arbeitet er bei LICHT IM OSTEN mit. Mit den folgenden Zeilen stellt er sich nun vor.


Mein Leben


Als Sohn einer Lehrerfamilie bin ich 1959 in Makejewka in der Ukraine geboren. Meine Frau Ludmilla und ich haben zwei Söhne, Maxim und Bogdan.

 

1981 absolvierte ich die Hochschule für Nachrichtentechnik in Odessa und war 20 Jahre lang in diesem Bereich tätig. Bis zu meinem 30. Lebensjahr war ich Atheist. Dann besuchte ich die orthodoxe Kirche. Erst ging ich allein, bald danach mit der ganzen Familie. Da die Kinder fast nichts von der Liturgie verstanden, bekam ich Angst, dass sie Gott nicht kennen lernen, sondern im Gegenteil sich von ihm abwenden werden. Meine Frau und ich beteten viel und suchten eine Gemeinde. 1998 führte Gott uns in das Kino „Erewan“, in dem sich eine evangelische Gemeinde versammelte und ihre Gottesdienste feierte. Seitdem sind wir Mitglieder dieser Gemeinde, die eine Tochtergemeinde von „Haus des Architekten“ (Wassilij Dawidjuk) ist. 2001 wurde ich Pastor dieser Tochtergemeinde. 2001-2006 studierte ich am ukrainischen Bibelkolleg. 2006 begann ich bei der Internationalen Mission „Von Herz zu Herz“ mitzuarbeiten. Hier geht es um persönliche Evangelisation. Zurzeit koordiniere ich diesen Dienst in Kiew und Umgebung, unterrichte Gruppen und leite Seminare in den Gemeinden und in der Missionsschule LICHT IM OSTEN. Ich predige und evangelisiere an Hoch-, Berufs- und anderen Schulen.


Mein Weg in den vollzeitlichen Dienst

 

Als ich vor etwa 10 Jahren Mitglied dieser evangelischen Gemeinde wurde, war ich Filialdirektor einer ausländischen Firma für Nachrichtentechnik. Damals führte Gott mich durch die schwerste Zeit meines Lebens. Eines Tages besuchte uns ein Finanzprüfer. Unsere Papiere waren in bester Ordnung, aber trotzdem erhielten wir eine dicke Geldstrafe. Alle unsere Argumente, dass dies widerrechtlich sei, nutzten gar nichts. Ich wollte nicht aufgeben und nahm mir vor, zu kämpfen. Dank guter Beziehungen bekam ich einen Termin bei einem hohen Beamten, der mir unverhohlen zu verstehen gab: „Sie sind doch kein Kind mehr und nicht neu im Geschäft. Da gibt es doch eine einfache Lösung – Schmiergeld! Geben Sie es dem Finanzprüfer, und man lässt Sie in Ruhe. Falls Sie nicht wissen, wie hoch die Summe sein soll und für wen sie bestimmt ist, helfe ich Ihnen gerne. Falls Sie es nicht machen und weiterkämpfen, müssen Sie damit rechnen, dass der Staat Sie fertig macht.“

 

Mein Vorgesetzter beauftragte mich, Schmiergeld zu organisieren. Als Direktor der Firma musste ich seinen Auftrag erledigen, als Christ sollte ich nach dem Willen Gottes handeln und kein Schmiergeld auftreiben. Ich betete viel, und der Herr gab mir Kraft, den ehrlichen Weg einzuschlagen. Nun kam laut Gesetz nur die eine Möglichkeit in Frage, in einem Gerichtsverfahren den Finanzprüfer zu verklagen. Über meine Entscheidung setz te ich meinen Vorgesetzten in Kenntnis. Er organisierte ein Treffen mit einem anderen Direktor, der mir die schrecklichen Erlebnisse seines Kampfes für die Gerechtigkeit schilderte. Da überlegte ich mir, meine Entscheidung zu ändern. „Brauche ich diese Probleme? Vielleicht wäre es besser, Schmiergeld zu geben, die Schuld vor Gott zu bekennen und ruhig weiter zu arbeiten.“ Der Gesprächstermin mit dem Vorgesetzten rückte immer näher. Der Tag kam, an dem ich ihm meine Entscheidung mitteilen sollte. Ich sagte zu Gott: „Du siehst, dass ich das nicht machen wollte, aber die Umstände sind stärker als ich, und ich werde darauf eingehen. Vergib mir bitte, ich bin einfach zu schwach. Nur du kannst ein Wunder tun und die Situation ändern.“ Und der Herr tat das Wunder. Unser Treffen endete mit den Worten des Vorgesetzten: „Wenn du ins Gericht gehen willst, dann tue es.“ Er war gereizt.

 

So ließ ich mich auf ein Gerichtsverfahren ein und besprach die Situation mit dem Juristen meiner Firma. Wir verklagten das Finanzamt. Kaum landete unsere Klage beim Schiedsgericht, beschlagnahmte das Finanzamt alle Unterlagen der Buchhaltung, ohne dies zu begründen. Mein Buchhalter und ich wurden beim Finanzamt vorgeladen. Außerdem wurde mir persönlich eine Geldstrafe auferlegt, und damit begann ein Zivilverfahren.

 

Das ganze Verfahren war gegen uns gerichtet. Die Polizei hatte mit unserer Konkurrenz einen Komplott gegen uns geschlossen. Der Stress löste bei mir Herzprobleme aus. Es gab Momente, in denen ich auf die Knie ging und zu Gott schrie: „Herr, ich kann nicht mehr!“ Aber ich hatte meine Gemeinde, die betete und fastete. Irgendwann kam der Tag, an dem das Urteil des Schiedsgerichts gesprochen wurde. Der Jurist meiner Firma machte mir keine Hoffnung. Da geschah das zweite Wunder. Der Richter wurde plötzlich nervös und begann, beide Seiten zu beschuldigen, dass sie die Unterlagen schlecht vorbereitet hätten. Und überraschend fällte er das Urteil zu unseren Gunsten! Diese Situation konnte niemand so richtig begreifen. „Ich habe Angst, das jemandem zu erzählen. Keiner wird mir glauben“, meinte der Jurist meiner Firma. Das Finanzamt fand keine Ruhe. Es legte Berufung bei der höheren Instanz ein und verlor den Prozess. Unsere Gemeinde hatte unermüdlich gebetet und gefastet. Auch das höchste Schiedsgericht gab uns Recht.

 

Das Zivilverfahren, das parallel ablief, kam ebenfalls zum Abschluss. Mit dem gleichen Ergebnis: unschuldig. Es war nicht mein Sieg, sondern allein der Sieg unseres Herrn.

 

Am letzten Tag sprach mich die Inspektorin des Finanzamtes an, die das Ganze ins Rollen gebracht hatte. Sie gratulierte mir von Herzen zum Ausgang der Gerichtsverhandlungen. Ich war ihr nicht böse. Während der ganzen Zeit hatten wir viel miteinander geredet. Ich hatte ihr von Jesus erzählt und sie mit christlichen Büchern versorgt.

 

Das war das schwierigste Jahr in meinem Leben und ein Jahr voller Segen. Ich habe erfahren, dass unser Herr größer ist als alle Umstände des irdischen Lebens. Er war mir die ganze Zeit nahe. Ohne ihn hätte ich in dieser schweren Zeit nicht bestehen können. Jeden Tag durfte ich seine Liebe, seine Fürsorge und seine Unterstützung erfahren.

 

Dann rief mich Gott in seinen Dienst. Ich stieg aus dem Geschäft aus. Seit acht Jahren bin ich nun Gemeindepastor.

 

Wenn Sie den Dienst von Viktor Tanzjura unterstützen wollen, freuen wir uns sehr. Bitte geben Sie bei Ihrer Überweisung die Projektnummer 65766 an. Vielen Dank!

 


Bankverbindung LICHT IM OSTEN

 

KTO-Nr: 9 953 330

BLZ 604 500 50

Kreissparkasse Ludwigsburg

IBAN DE53 6045 0050 0009 9533 30

SWIFT/BIC SOLA DE S1 LBG

 

Verwendungszweck: 65766 Viktor Tanzjura